| Wunsch-Bullshit im Universum! |
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Da beschliessen also Jacky Dreksler, Autor und TV-Produzent, und Hugo
Egon Balder (von seinen Freunden auch schon mal Ego Hugon genannt),
Schauspieler und TV-Moderator, bei einer Flasche Château Schlaberadeur,
die sich durch das "automatische Schreiben" der beiden auf wundersame
Weise vervielfältigt, was sich nicht nur orthografisch bemerkbar macht,
ein Buch über das "Extrem-Wünsching" zu schreiben. Extrem-Wünsching,
das ist das Hauptthema der Bestseller von Rhonda Byrne, Bärbel Mohr,
Esther Hicks, Pierre Frankh und Kurt Tepperwein, und es besagt, dass
selbst der grösste Trottel ohne jegliche Ressource sich alles vom
Universum wünschen kann, was er will, und es auch prompt bekommt.
Die "Wünschelwichte", wie Jacky und Hugo die Wunsch-Freaks nennen, oder je nach Rotwein-Pegel dann auch mal "Wünschelwichtel", werden von ihnen liebevoll in der direkten Rede, mit Vornamen und Du angesprochen. Und da ich das äusserst sympathisch finde, tue ich jetzt mit den Bullshit-Autoren dasselbe: Lieber Jacky, lieber Hugo, Ich bin positiv überrascht! Nicht über den Witz und die Selbstironie in Eurem Werk; die hatte ich schon erwartet, sonst hätte ich das Buch gar nicht bestellt. Nein, ich bin überrascht. mit welcher Systematik Ihr die Werke dieser auch mir suspekten Esoterik-Freaks zerpflückt. Auch
wenn das Buch von der Gestaltung her aussieht, als hätte es ein
paranoider Verschwörungstheoretiker lay-geoutet, so kann man doch schon
beinahe von wissenschaftlichem Vorgehen sprechen. Wenn es nach mir
ginge, würde ich Euch den Titel D.B.D. verleihen ("Doctor of Bullshit
Detection").Geschickt lasst Ihr dabei die Finger von den Dingen, die Ihr nicht versteht, und konzentriert Euch ganz auf die Sprache und Logik der Wünschelwichte. Und die ist ja nun wirklich hanebüchen. Ganz toll finde ich auch die Seite 145, auf der Ihr sämtliche 45 "Wunder" zusammenfasst, die von den Wünschelwichten insgesamt in ihren Büchern erwähnt werden. Das ist ja wirklich zum Haaröl-Pinkeln, was diese Leute uns da als Geheimnis verkaufen wollen. Oder ist vielleicht dem Übersetzer ein Fehler unterlaufen, und "The Secret" bedeutet gar nicht "das Geheimnis", sondern "das Sekret"? Der Gag ist Euch leider nicht eingefallen, aber Ihr dürft ihn gerne in der nächsten Talkshow verwenden. Nach so viel Lobhudelei jetzt doch noch zwei Punkte, die ich genannt haben möchte. Erstens erwähnt Ihr zweimal das Wort Hypnose, und zwar immer im Zusammenhang mit Scharlatanerie. Vielleicht bin ich da etwas empfindlich, aber bei Euren Recherchen ist Euch doch hoffentlich auch aufgefallen, dass Klinische Hypnose erstens von jeder Ärztegesellschaft anerkannt und zweitens etwas ganz anderes ist, als was Ihr Fernsehschaffende dem Publikum immer wieder vor Augen führt. Zweitens findet Ihr es obszön, wenn man einem Arbeitslosen erzählt, er könne durch Wünschen einen Job finden. Einverstanden. Wenn man ihm weismachen will, dass das Wünschen allein genügt, dann ist das mehr als pervers. Aber ein Arbeitsloser, der über die nötigen Ressourcen verfügt und überzeugt ist, dass ein Job auf ihn wartet, der wird sicher die grösseren Chancen haben, einen zu finden, oder? Wenn Euch die universale Erklärung hier zu hoch gegriffen ist, kann man das ganz einfach psychologisch erklären, mit selektiver Wahrnehmung nämlich. Wenn ich überzeugt bin, einen Job zu bekommen, dann erkenne ich eben den Kollegen auf der anderen Strassenseite, den ich schon über ein Jahr nicht mehr gesehen habe, dann gehe ich rüber zu ihm, um zu erfahren, dass er jemanden für seinen Betrieb sucht, und dass ich genau der Richtige bin. Übrigens Hugo, ist es nicht so, dass Du beim Schreiben öfter mal den Wunsch hattest, eine Zigarette zu rauchen? Und hat das Universum nicht jedes Mal dafür gesorgt, dass Du Sekunden später eine Fluppe zwischen den gelblichen Beißerchen hattest? Siehste! Zur Ehrenrettung der Wünschelwichte möchte ich festhalten, dass Wunder tatsächlich täglich geschehen. Nur besitzen Menschen, die echte Wunder erleben, die nötige Demut, um nicht bei einem Millionenpublikum damit zu prahlen. Ferner kann ich mir nicht vorstellen, dass Ihr beiden das Transzendente so sehr ablehnt, wie es in diesem Buch streckenweise den Eindruck macht. Euer Rotwein-Konsum liefert doch genügend Beweise für Eure Sehnsucht nach Transzendenz, oder? Als Beispiel für Eure Selbstironie erlaube ich mir, Euch zu zitieren (S.27): "In unserem Business gilt: Wirkung und Quote ist wichtiger als Wahrheit und Wirklichkeit. Teil unseres Jobs ist, sie so hinzubiegen, dass Unterhaltung entsteht. Dabei ist uns fast jedes Mittel recht. Für einen Lacher tun wir alles, und wenn keiner kommt, schneiden wir halt einen rein. Eine stinklangweilige Verfolgungsjagd peppen wir durch Sekundentaktschnitte und dramatische Musik auf. Und wenn's der Unterhaltung dient, manipulieren wir in Freak-Shows fernsehgeile Idioten mit einer ausgeklügelten Dramaturgie. Und wenn sie wie geplant heulen, sich anbrüllen, oder sonst irgendwie lächerlich machen, werfen wir sie dem geschätzten Publikum zum Frass vor. Dabei ist es uns wurst, ob wir Echtes oder Konstruiertes präsentieren. Hauptsache, wir sind unterhaltsam. Mit anderen Worten: Wir Fernsehmacher produzieren nicht selten Bullshit. Als Profis erkennen wir Bullshit daher oft sicherer als andere." Darf ich dann also die Quintessenz Eures Werkes in Eurem Sinn zusammenfassen? Leute, wenn Ihr Euch schon verarschen lasst, dann bitte nicht von Rhonda Byrne, Bärbel Mohr und Kurt Tepperwein, sondern von Fernsehschaffenden. Denn da wird das Geld noch sinnvoll in einen schönen Weinkeller investiert. Wunsch-Bullshit im Universum. Eine Kritik der Wunsch-Bestellungen im Universum von Rhonda Byrne, Pierre Franckh, Bärbel Mohr, Esther Hicks und Kurt Tepperwein Artikel © Dr. Zimmermann
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Da beschliessen also Jacky Dreksler, Autor und TV-Produzent, und Hugo
Egon Balder (von seinen Freunden auch schon mal Ego Hugon genannt),
Schauspieler und TV-Moderator, bei einer Flasche Château Schlaberadeur,
die sich durch das "automatische Schreiben" der beiden auf wundersame
Weise vervielfältigt, was sich nicht nur orthografisch bemerkbar macht,
ein Buch über das "Extrem-Wünsching" zu schreiben. Extrem-Wünsching,
das ist das Hauptthema der Bestseller von Rhonda Byrne, Bärbel Mohr,
Esther Hicks, Pierre Frankh und Kurt Tepperwein, und es besagt, dass
selbst der grösste Trottel ohne jegliche Ressource sich alles vom
Universum wünschen kann, was er will, und es auch prompt bekommt.
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